300€ sind ein Tropfen auf den heißen Stein!

Wir sind erschüttert, wie die Politiker sowie die Kreis- und Klinikverwaltung ihr Versprechen wieder einmal brechen. Natürlich haben wir nicht daran geglaubt, dass sie es wirklich ernst meinen mit der Wertschätzung der Arbeiter*innen am Ortenau Klinikum. Aber nur 300€ Prämie? Wirklich? Leider ist das noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs, denn laut Kreisvorlage erhält man diese volle Prämie erst, wenn man mehr als 120 Stunden im Monat gearbeitet hat. Was ist mit den Halbtagskräften, sind die nur weniger wert? Und wer denkt, dass das schon die Spitze war, der sollte die Kreisvorlage noch einmal genau lesen. Denn die Prämie gilt nur für bestimmte Abteilungen. Und mit welcher Begründung? Es wird der kapitalistische Leistungsgedanke noch einmal verinnerlicht. Nur wer hart und fleißig arbeitet, der erhält auch etwas. Nur wer beurteilt, was harte und fleißige Arbeit ist?
Haben die Menschen, die nicht direkt mit Corona Patienten zu tun haben, aber dennoch den Betrieb am Laufen halten nicht ebenfalls ein Recht auf Entlohnung? Warum sollte eine Reinigungskraft, die genauso wichtig ist keine Prämie erhalten? Warum nicht auch die Verwaltung, die ebenfalls im Klinikum untergebracht ist und somit auch einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt ist? Das Ortenau Klinikum ist eine Einheit und kann nur funktionieren, wenn alle zusammen arbeiten. Deshalb stehen auch allen (außer dem Klinikgeschäftsführer mit seinem dicken Gehalt im 6 stelligen Bereich) diese Prämie zu.

Wir sind ebenfalls erschüttert über die Berichterstattung der Presse (außer Lahrer Zeitung), die in den letzten Wochen lediglich in Form von Leserbriefen noch wirkliche Kritik an der Kreispolitik zu lässt. Herr Landrat Scherer hat im HitRadio Ohr Interview vom 26.03 noch gesagt, dass er für eine bessere Entlohnung der Pflegekräfte ist. Er hat auch gesagt, dass die neue Klinikstruktur in etwa die gleiche Bettenanzahl haben wird. Doch beides ist nun nicht der Fall. Es gibt keine besser Entlohnung und die Bettenanzahl der Agenda2030 wird laut dem neuen Gutachten der Beratungsgesellschaft Berger 15-26% weniger sein. Weniger Betten bedeutet auch weniger Personal. Diesen Zickzack Kurs und Kritik daran, greift die Presse leider nicht auf.

Während der Kreis also Millionen Überschüsse macht und ca. 1,5 Mrd. € für die Zerstörung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung ausgibt, soll nicht mal eine kleine Prämie für alle Mitarbeiter*innen drin sein? Während Keller weiter sein exorbitantes Gehalt abkassiert, obwohl er offensichtlich nicht im Interesse von Beschäftigten und dem Ortenauer Klinikum handelt soll die Pflegekraft, die auf Abruf ihre Freie Zeit nicht planen kann, keine Prämie bekommen? Und während der Kreis sowie die Stadt Offenburg weiter Millionen für eine neue Messehalle ausgeben, kann man nicht einmal diese kleine Wertschätzung beschließen?

Wir verstehen es einfach nicht. Denn der Nachbarkreis Rastatt hat das doch am Klinikum Mittelbaden auch geschafft. Dort gab es 1.500€. Aber bitte lasst euch dadurch nicht demotivieren, seid nicht sprachlos. Wir bitten euch organisiert euch und lasst uns endlich gemeinsam der Politik sagen, so geht’s nicht weiter. Ein erster Schritt wäre es, Teil der Gewerkschaft zu werden. Und der zweite Schritt gemeinsam sich dieser Tyrannei zur Wehr zu setzen. Wir werden nicht klatschen. Wir werden keine lobende Worte dafür haben. Wir werden aber an eurer Seite kämpfen in diesem Kampf. Denn liebe Mitarbeiter*innen des Ortenau Klinikums, das ist auch unser Kampf. Es ist unser aller Kampf, aber wir können ihn nur gewinnen, wenn wir ihn gemeinsam führen. Auf der Straße (mit Respekt gegenüber den Corona Regeln) und im Betrieb.

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