Stolpersteine putzen


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Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager in Auschwitz. Das, was sie dort vorfanden, zeigt Hass, Verachtung und die höchste Form des deutschen Faschismus. Tausende Juden und Gegner des 3 Reichs, auch aus der Ortenau, wurden nach Auschwitz und andere Konzentrationslager gebracht und auf grausamste Weise ermordet und gebrochen. Deswegen wird immer am 27.01 an die Opfer dieser Zeit gedacht. Um an jeden Einzeln zu Gedenken finden sich an den ehemaligen Wohnorten der ermordeten Menschen Stolpersteine.

Der deutsche Faschismus fand zwar zu der Zeit den Höhepunkt, doch schon viel früher wurde klar, in welche Richtung sich das entwickeln wird. Zwischen 1904 und 1908 wurden deutsche Truppen nach Namibia geschickt, um dort koloniale Ansprüche geltend zu machen. Die Truppen gingen mit einer enormen Grausamkeit vor. Dort wurden erste Pläne für Konzentrationslager skizziert, die im 2. Weltkrieg dann zum Einsatz kommen sollten. Bis vor kurzem hing in Offenburg eine Gedenktafel für die „ruhmreichen“ Soldaten, die in Namibia den Völkermord an den Heros ausübten.

Wir wollen gemeinsam mit euch die Stolpersteine in Gedenken an die Opfer putzen, fordern aber auch die Stadt dazu auf, aktiv Aufklärungsarbeit gegenüber der Grausamkeit in Namibia zu betreiben. Eine weitere „Ehrentafel“ der Soldaten, die in China den „Boxaufstand“ niedergeschlagen haben, soll ebenfalls abgehängt werden und mit dem historischen Kontext im Museum ausgestellt werden. Es ist wichtig, dass solche Sachen richtig gestellt werden. Denn gerade in der heutigen Zeit sehen wir, Faschismus ist kein Thema der Vergangenheit, sondern aktueller denn je. Diskussionen über NSU und den rassistischen Mord an Oury Jalloh zeigen, dass Staat und Polizei auf dem rechten Auge blind zu sein scheinen und in ihren eignen Reihen Anhänger rechter und faschistischer Gruppen sind. Gemeinsam müssen wir dem aktiv gegenübertreten.

Kommt am 29. Januar um 14 Uhr vor dem Rathaus in Offenburg dazu. Putzzeug und Handschuhe bringen wir mit.