Wohnungsbau

 

Wohnungsnot bekämpfen – Spekulationen verhindern

Einen Ort sein Zuhause nennen zu können, der im Winter warm ist, ausreichend Platz bietet und dessen Miete bezahlbar ist, stellt für immer mehr Menschen einen nicht erreichbaren Luxus dar. Dies ist ein Resultat aus der zunehmenden Privatisierung von kommunalen bzw. staatlichen Wohnungen, sowie dem Versäumnis neue Wohnungen für die Allgemeinheit zu errichten.

Um dieser Tendenz entgegen zu wirken und Wohnraum für viele Menschen bezahlbar zu gestalten, muss Wohnraum geschaffen werden, der Menschen ein Dach über dem Kopf bietet, statt nur Gewinne abzuwerfen. In den letzten Jahren konzentrierte sich die Wohnungspolitik in der Ortenau auf die Schaffung von teuren Eigentumswohnungen, sowie dem Abbau bezahlbarer Wohnungen in den Innenstadtbereichen, wie z.B. dem Spinnereiviertel in Offenburg.

Wohnen muss wieder bezahlbar werden. Dafür müssen wir den Wohnraum der Spekulation entziehen und dafür sorgen, dass auch leerstehende Wohnungen nach einer bestimmten Zeit vermietet werden müssen. Es kann nicht sein, dass einige wenige darauf spekulieren, dass sie höhere Mieteinnahmen kassieren können, während Tausende von Menschen in der Ortenau auf Wohnungssuche sind oder schon jetzt über die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Allein in Offenburg stehen über 800 Wohnungen leer.

Der Kreis und die Kommunen müssen hier deshalb wieder massiv in den sozialen Wohnungsbau investieren. Hierzu muss der Kreis entweder eine eigene Wohnbaugesellschaft oder eine Dachgesellschaft gründen, welche die kommunalen Gesellschaften zusammenfasst und koordiniert. Somit kann gewährleistet werden, dass große Bauprojekte verwirklicht und Sozialwohnungen gefördert werden. Bei größeren Bauprojekten mit Investoren, darf die Sozialbindung nicht nach wenigen Jahren einfach enden. Ebenfalls müssen wir wegkommen von der Förderung von kleinen Einfamilienhäusern, hin zu kollektiven Wohnbauten, in denen die Menschen gemeinsam leben und diese die Bauten selbst verwalten. Als Übergangslösung für die derzeitigen Obdachlosen, sollten ursprünglich für Flüchtlinge angemietete, nun leerstehende Wohncontainer den Menschen zur Verfügung gestellt werden.

Die Linke Liste Ortenau fordert:

Schaffung einer kreiseigenen Dachgesellschaft für Wohnungsbau, die den sozialen, also bezahlbaren Wohnraum in der Ortenau entwickelt.

  • Wir fordern Wohnungen mit 5-6€ Kaltmiete pro qm in ausreichender Menge.
  • Der Kreis muss sich für die Förderung von sozialen Wohnungsbau durch Land, Kommunen & Bund einsetzen.
  •  Förderung von Mehrgenerationenhäusern bis zur Alters-WG. Sie machen das Wohnen sozialer.
  •  Bauplanungen und neu gebaute Wohnhäuser müssen barrierefrei sein.
  • Vergesellschaftung von privaten Wohnungsbaugesellschaften, denn Wohnen ist ein Menschenrecht.
  • Förderungen von Mieterinitiativen.

Die Vorteile davon sind:

Ein Teil des Wohnraums wird dauerhaft vom Spekulationsmarkt genommen und somit bezahlbares Wohnen ermöglicht.

Die Qualität des Wohnraums wird erhöht, da die Gewinne direkt in Erhalt und Sanierung fließen.

Verhinderung von Ghettoisierung durch soziale Stadtplanung.

Städtische Mieteinnahmen kommen der Schaffung neuen Wohnraums zugute.