Intensivstation am Josefs Klinikum wird wegen Personalmangel geschlossen

Wir sind sprachlos was das neue Jahr schon wieder mit sich bringt. Seit 2017 warnen wir vor solch einem Pandemie-Szenario und man hat uns bisher immer ausgelacht. Wir warnten vor zu wenig Personal, wir warnten davor, dass Klinikschließungen und Bettenabbau nicht gut seien für die Gesundheitsversorgung. Wir warnten auch davor, dass man das Personal endlich mehr respektieren, mehr mitbestimmen, ja die ganze Struktur des Klinikums verändern müsste (Basisdemokratie, flache Hierarchien etc.). Doch wir wurden ignoriert und Kreisräte, Landrat und Klinikverwaltung sparten immer weiter.
 
Wir fragen uns, ist es dem Landrat nicht langsam mal peinlich, in die Öffentlichkeit zu stehen und zu sagen, wir brauchen die Klinikschließungen und somit den Betten- und den dahin einhergehenden Personalabbau? Während aber gleichzeitig das Ortenau Klinikum eine Meldung rausgibt, dass man zu wenig Betten hat.
 
Ist es den Kreisräten und der Klinikverwaltung nicht peinlich, dauernd von Personalmangel zu sprechen, aber gleichzeitig nichts, aber wirklich gar nichts zu unternehmen, um das Personal zu binden? Und was muss eigentlich noch alles passieren, damit die Kreisräte den Klinikgeschäftsführer Christian Keller endlich kündigen?
 
Wir verstehen auch nicht, wie große Teile der Ortenauer Medienlandschaft (außer die Lahrer Zeitung), diesen verwahrlosten Zustand der Ortenauer Gesundheitspolitik auch noch supporten, anstatt ihn ordentlich zu kritisieren.
Unter dieser katastrophalen Politik, die natürlich nicht nur die Ortenauer Kreisräte zu verantworten haben, sondern auch Bundes- (DRGs, GBA etc.) und Landespolitik (fehlende Investitionen), leiden letzten Endes die Ortenauer*innen und das Klinikpersonal. Es ist unser aller Pflicht hier endlich zu handeln und die sogenannte Agenda2030 zu stoppen. Wir brauchen eine Kreisweite Diskussion darüber, wie wir die Gesundheitspolitik in der Zukunft aufstellen müssen.
 
Die Zusammenlegung der Intensivstation reiht sich auch ein mit dem Weggang der Fußchirurgin Haas in Ettenheim. Man wird das Gefühl nicht los, dass hier absichtlich Menschen zum Gehen bewegt werden, um weiter sparen zu können. Doch um die Gesundheitsversorgung im ganzen Ortenaukreis und auch die Finanzierung zu sichern, müssen alle Standorte mindestens zur stationären Basisnotfallversorgung ausgebaut werden.
 
Jeder und jede von euch kann ihren Teil dazu beitragen. Werdet aktiv, teilt unsere Beiträge, damit wir noch mehr Leute erreichen. Schreibt euren Kreisräten, schreibt dem Landrat, schreibt Leserbriefe an die Zeitungen. Wenn ihr am Ortenau Klinikum arbeitet, dann schreibt Gefährdungsanzeigen, organisiert euch in der Gewerkschaft und leistet gemeinsam Widerstand gegen die Herrschaft von Keller und Konsorten. Und vor allem kommt auf die nächste Demo, sobald die Pandemie etwas abgeklungen ist! Nur gemeinsam können wir etwas an diesem Wahnsinn ändern. Die Politiker werden nur einknicken, wenn wir viele sind, wenn das Klinikpersonal streikbereit ist und wenn wir den Druck erhöhen können.
Wir fordern jetzt eine dringende Wende!
  • Prämie für Rückkehrer*innen und Umschuler*innen
  • -Wiedereröffnung der Pflegeschule in Kehl.
  • Ausbau aller Ortenauer Kliniken mindestens zur stationären Basisnotfallversorgung.
  • Basisdemokratische Strukturen und flache Hierachien / PDLs und Klinikgschäftsführer müssen vom Personal gewählt werden.
  • Einstellung von mehr Personal mit Willkommensprämie bei vertraglicher Bindung.
  • Klage gegen das Land Baden-Württemberg, damit diese die Investitionskosten endlich zu 100% übernehmen.
 
Dies sind Forderungen, die der Kreis schnell und unbürokratisch umsetzen kann. Selbstverständlich reihen sich hier dann noch die Forderungen an Bund und Land ein, die wir schon dutzende Male erwähnt haben (Abschaffung der DRGs etc.)

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