Kürzung beim KITA Angebot in Offenburg

Am 30.01 trifft sich der Offenburger Gemeinderat im Salmen, um über das neue KITA Konzept der Stadt abzustimmen. Konkret bedeutet dies, dass es eine Reduzierung von 120 auf 60 Ganztagsplätze für Kinder unter 3 Jahren geben wird, die an 3 Standorten gebündelt sind. Die KITA Gebühren sollen stufenweise steigen, Offenburg schafft das Ganztagsangebot für U3 und Ü3 mit 50 Wochenstunden ab und im Ü3 Bereich sollen Kinder nur noch 7 Stunden am Tag von einer Fachkraft betreut werden. Danach soll laut Plänen der Stadt mindestqualifiziertes Personal von Drittanbietern die Aufsicht übernehmen. Es wird also eine faktische Öffnungszeitenreduzierung beschlossen. Im Gegenzug soll die Ausbildungskapazität innerhalb der nächsten 3 Jahre von ca. 42 auf 70 Plätze angehoben und u.a. der Zuschuss für Tagesmütter erhöht werden.

Die Ausbildungsoffensive ist auf jeden Fall zu begrüßen, doch wird sie bei der schrittweisen Erhöhung ihr volles Potential erst in 6 Jahren richtig entfalten. Das ist zu lange für viele Eltern oder jene, die es bald werden, weshalb viele nun zu Recht auf die Barrikaden gehen. Natürlich bildet man entsprechendes Personal nicht von heute auf morgen aus. Allerdings hat die Stadt die Möglichkeit, neue Fachkräfte auch über eine übertarifliche Bezahlung zu gewinnen. Gleichzeitig muss man nüchtern feststellen, dass das Personalproblem eine Katastrophe mit Ansage war. Schon seit Jahren warnen Gewerkschafter, linke Organisationen und Betroffene vor einem Kollaps, genau wie in den Schulen. Doch die Politik handelt wieder einmal erst, wenn es zu spät ist. Und dann auch noch mit fragwürdigen Beschlüssen.

Denn diese KITA Reform des Gemeinderats trifft vor allem alleinerziehende und finanziell schwächer aufgestellte Familien. Sie sind meist auf eine längere Betreuung als 7 Stunden angewiesen. Somit dürfte die Reform also hauptsächlich Frauen treffen und bedeutet letzlich einen Rückschritt für die Gleichberechtigung. Denn es sind überwiegend Frauen, die alleinerziehend sind oder in einer Familie dann ihre Karriere zurückstecken, um auf das Kind aufzupassen.

Für uns ist das Ganze nicht hinnehmbar. Der Gemeinderat hätte längst reagieren müssen und eine übertarifliche Bezahlung für die Beschäftigten beschließen sollen. Somit könnte der Beruf attraktiver und auch mehr Fachkräfte angezogen werden. Ebenfalls muss die Ausbildungsoffensive für das nächste Ausbildungsjahr komplett umgesetzt werden und nicht innerhalb von 3 Jahren!

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