Nahverkehr

Der gute ÖPNV bleibt ein Traum in der Ortenau?

Wir alle kennen es. Morgens steht man im Stau, wenn man zur Arbeit fahren will, Unfälle passieren in der Ortenau beinahe täglich und die Spritpreise fressen ein Loch in unseren Geldbeutel. Doch anstatt die Ticketpreise für Bus & Bahn in der Ortenau zu senken, gibt es beinahe jedes Jahr eine Preiserhöhung.

Damit muss endlich Schluss sein. Der Kreis muss den ÖPNV besser ausbauen und stärker bezuschussen. Denn nicht nur aus umwelttechnischer Sicht macht der immer wachsende Autoverkehr keinen Sinn, sondern auch aus wirtschaftlicher. Jedes Jahr werden Millionen in den Individualverkehr gesteckt, dabei könnte man dieses Geld in den Ausbau des Schienen- und Busangebotes stecken. Das spart Zeit, Geld und Menschenleben.
Politiker verweisen immer wieder gerne auf die Bundesebene und sagen, dort müsste etwas getan werden. Doch auch die Kommunal- und Kreistagspolitik können hier vorlegen.

Die TGO ist im Ortenaukreis für die Preisgestaltung und die Einrichtung von Buslinien zuständig. Sie wird jährlich mit ca. 6 Millionen € von Kreis und Land bezuschusst. Dieser Betrag muss kräftig erhöht werden, damit Ticketpreise gesenkt und der öffentliche Nahverkehr weiter ausgebaut werden können.

Der Ortenaukreis ist der Fläche nach der größte Kreis in Baden-Württemberg. Deshalb benötigen wir Ortenauer und Ortenauerinnen ein gut ausgebautes, sowie zeitnah getaktetes und bezahlbares Nahverkehrsnetz. Wir müssen dafür sorgen, dass auch kleinere Ortschaften eine gute Nahverkehrsanbindung an die größeren Städte erhalten. Dies ist vor allem für Jugendliche, ältere Personen oder Menschen die kein Auto besitzen wichtig, um die Freiheit der Mobilität wahrnehmen zu können.

Unter den Voraussetzungen, dass die Klinikstrukturen in der Ortenau stark reduziert werden sollen, Einkaufsmöglichkeiten auf dem Lande kaum vorhanden sind und das Wohnen in den Städten aufgrund hoher Mieten für viele oft nicht bezahlbar ist, wird ein bezahlbarer, gut ausgebauter Nahverkehr für viele Menschen zur Existenzfrage.

Im Zuge des Dieselskandals wird die Idee des Nulltarifs im öffentlichen Nahverkehrs immer attraktiver und plötzlich scheint die Finanzierung auch nicht mehr utopisch zu sein. Auch wenn Bundes- und Landesregierung hier noch schlafen, kann der Ortenaukreis seiner Verantwortung gegenüber seinen Bürgern nachkommen und einen kostengünstigen Nahverkehr für alle finanzieren.

Niedrigere Ticketpreise und ein stärkeres ÖPNV Angebot würden die Fahrgastzahlen nach oben treiben, was eine stärkere Auslastung von Zug und Bus zur Folge hat, heißt also auch höhere Einnahmen generiert. Zudem werden die ländlichen Flächen gestärkt und der Ortenaukreis für Zuziehende attraktiver, was wiederum mehr Steuereinnahmen zur Folge hätte.

Die Linke Liste Ortenau fordert:

  • Kurzfristig braucht es eine TGO-Monatskarte für 30€ (gültig für die gesamte Ortenau). 
  • Auf längere Sicht brauchen wir die Einführung des Nulltarifs in der Ortenau.
  • Häufigere Busabfahrten auf dem Land.
  • Die Erreichbarkeit von Dörfern bis mindestens 0 Uhr unter der Woche und bis mindestens 2 Uhr am Wochenende muss gewährleistet sein. Ausbau von barrierefreien Haltestellen. Ausbau und Förderung von Park & Ride Plätzen, sowie deren Anbindung an den ÖPNV.
  • Einsatz für ein Verbundsystem entlang der Rheinschiene mit einem eng getakteten S-Bahn-Verkehr zwischen Karlsruhe und Basel (Vorbild Karlsruher Verbundsystem).
  • Kurzstreckenticket für 1€
  • Einsatz für den schnellen Ausbau der Rheintalbahn mit dem Höchstmaß an Lärmschutz, um die Bewohner zu entlasten.
  • Eine kostenlose Mitnahme von Fahrrädern in Zügen & Bussen, sofern Platz ist.
  • Mittelfristig wird die Einführung von Nulltarifen am Samstag angestrebt.
  • Verbesserte Fahrradstrukturen (u.a. Fahrradschnellwege) in der Ortenau. 
  • Die Einrichtung von Expressbussen, die in der Mitte der Ortschaft halten.
  • Langfristig brauchen wir die Reaktivierung der alten Schienennetze. 
  • S-Bahn bzw. Tramlösung für Kuhbach & Reichenbach anstatt Umgehungsstraße, die noch mehr Verkehr erzeugt.
  • Sichere, breite und komfortable Radwege (Einbahnstraßensystem mit protected bike lane)
  • Bedarfsgerechte, flächendeckende und sichere Fahrradabstellmöglichkeiten

Die Vorteile noch einmal kurz und knapp: 

  • Erhöhte Mobilität unabhängig von der individuellen Finanzlage.
  • Weniger Unfälle & Verkehrstote.
  • Keine nervige Suche nach teuren Parkplätzen.
  • Weniger Staus. 
  • Niedrigere CO²- und Feinstaubbilanz.
  • Steigerung der Lebensqualität.